Metaphern im Tai Chi

Mein Tai Chi Lehrer, Dilxat Tursun, verwendet oft Metaphern, wenn er vom Qi spricht. Er ist davon überzeugt, dass solche bildhaften, lebendigen Vorstellungen dabei helfen, das Qi zu spüren und zu wecken. Die schönsten Metaphern sinngemäss festgehalten:

«Du darfst keinen rohen Arm mehr haben, der aus Muskeln, Knochen und Sehnen besteht. Schmeisse deinen rohen Körper weg. Bewege deinen Arm, wie wenn er aus Wasser wäre, ein Wasserarm. Wasser ist nicht hart, sondern ganz weich, aber dennoch kraftvoll.»

«Dein Körper ist wie ein gut gekneteter Teig. Er ist geschmeidig und weich, aber dennoch zäh und stark. Du musst deinen Körper bearbeiten, bis er so geschmeidig und locker ist wie ein guter Teig.»

«Stell dir vor, du bewegst dich so langsam wie eine Schildkröte. Du hast alle Zeit der Welt. Wenn du dich langsam bewegst, kannst du das Qi besser wahrnehmen.»

«Du musst dich ganz weich machen, wie ein Tuch aus Stoff. Wenn du gegen das Tuch schlägst, kannst du es nicht verletzen. Es weicht einfach aus. So entspannt sollst auch du sein.»

«Fülle deine Finger bis zu den Fingernägeln mit Qi, wie ein Tintenfisch, der seine Arme ausstreckt, oder ein Adler, der seine Flügel zum Flug ausbreitet.»

«Du musst so elastisch sein wie ein Stück Tofu. Er behält seine Form, gibt aber dem Druck nach. Wenn sich deine Füsse so elastisch anfühlen, dann ist es richtig. Sind deine Füsse fest wie ein Stein, dann ist es falsch.»

«Ein alter Chinese, der Tai Chi praktiziert, sagt: ‹Ich bin das Meer.› Wie kann er das behaupten, denn er ist höchstens ein Wassertropfen? Wenn er sich, den einzelnen Wassertropfen, aufgibt und eins wird mit dem Meer, dann ist er plötzlich das ganze Meer. Es gibt keine Grenze mehr zwischen ihm und dem Meer. Wenn er sich bewegt, bewegt sich das Meer.»

«Tai Chi ist wie ein chinesischer Blasebalg. Er saugt die Luft an und stösst sie wieder aus, um das Feuer anzufachen. Genauso ist es im Tai Chi: Man nimmt Energie auf und verbreitet sie wieder nach aussen. Die Bewegungen im Tai Chi sind ein ständiges Geben und Nehmen. Dadurch wird die Energie immer stärker.»

«Dein Körper und dein Ich sind die Kleidung, die du vor dem Praktizieren ablegen musst. Schmeisse dein Ich und deinen rohen Körper, der aus Muskeln, Knochen und Sehnen besteht, weg. In dir drin steckt deine zweite Natur, dein wahres Selbst, deine Energie, die dann aktiv wird. Trainiere mit ihr, nicht mit deinem Körper und deinem Ich.»

«Um uns herum hat es unendlich viel Energie, die du durch Tai Chi aufnehmen und verwenden kannst. Du musst nur die Tür zu deinem Körper dafür öffnen. Wie? Durch Entspannung. Nur wenn du entspannt bist, stehen die Türen zu deinem Körper offen und die Energie kann fliessen.»

«Entspannung kennt kein Ende, wie das Universum. Auch wenn du bereits entspannt bist, kannst du immer noch ein wenig mehr loslassen. Du wirst damit immer mehr eins mit dem Universum.»

«Wenn sich die Luft um dich herum wie Wasser anfühlt, dann bist du auf dem richtigen Weg.»

«Bewege dich so langsam wie eine Schildkröte, so geschmeidig wie eine Schlange und so leicht wie ein Sommervogel.»

«Unter deinem Rumpf musst du eine Schale haben, die keine Löcher haben darf. Du darfst die Energie nicht fallen lassen, du musst sie tragen, indem du dein Steissbein leicht nach vorne und oben kippst.»

«Scheine wie ein Licht nach aussen!»

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.